Tipps und Tricks für die dauerhafte Haarentfernung

Wie kann ich mich auf die dauerhafte Haarentfernung vorbereiten? Was muss ich vorher beachten und was sollte ich nach der Behandlung lieber sein lassen? Wann sehe ich die ersten Resultate und ist mein Hauttyp für die Laser Haarentfernung überhaupt geeignet? Alle diese Fragen beantworten wir euch gerne hier auf unserem News Blog.

Falls du dich für eine dauerhafte Haarentfernung mit dem Laser entscheiden solltest, musst du eins sein...geduldig! Denn keiner unserer Patienten hat bisher eine vollständige Haarfreiheit durch eine Laser Haarentfernung erreicht mit nur drei Sitzungen. Nicht bei uns und nirgendwo anders. Denn dieses Verfahren kann fast ausschließlich nur die Haarfollikel eliminieren, die sich gerade in der Anagenphse (Wachstumsphase) befinden. Also, die Haare die du tatsächlich sehen und tasten kannst. Ein Laser zeichnet sich durch eine selektive Photothermolyse aus, einer Zerstörung von Zielstrukturen durch Licht, welches in Wärme umgewandelt wird. Um diese Zerstörung zu schaffen, muss genügend Zielgewebe unter dem auftreffenden Laserstrahl vorhanden sein. Es sollte möglichst ein Haar wachsen. Wo also gerade nichts wächst, kann nichts zerstört werden. 

Da wären wir bereits beim nachten Thema. Haardicke und Haarfarbe. 

Es gibt unterschiedliche Laserarten und unterschiedliche Wellenlängen. Die meisten Laser zur dauerhaften Haarentfernung haben das braune Pigment Melanin als Chromophor im Haar. Ist dieser Farbstoff in ausreichender Menge vorhanden, ist also ausreichend Zielstruktur in der Haut, kann es besser und schneller erwärmt und zerstört werden. Dickes und dunkles Haar reagiert also  besser auf die Laser Haarentfernung als dünnes helles Haar. Durch die Einstellung des Lasers kann der Therapeut die Energie und die Erwärmungszeit (Impulsdauer) auf die entsprechende Haardicke und Haarfarbe einstellen. So kann gewährleistet werden, dass auch dünnes Haar und helleres Haar durch den Laser angesprochen wird. Vorausgesetzt das Lasergerät verfügt über eine möglichst kurze Impulsdauer, eine möglichst hohe Energiedichte und der Behandler über genug Kenntnisse der Laserphysik und Erfahrung auf dem Bereich der Laser Haarentfernung. (Denn auch einem Affen kann man ein Gewähr in die Hand drücken.)

Die gängigen Laser zur Haarentfernung sind Dioden-, Alexandrit-, ND:YAG Laser und die IPL Blitzlampe. Keins dieser Verfahren schafft es blondes Haar dauerhaft zu entfernen. Unabhängig von seiner Dicke. Der Hintergrund ist wie oben beschrieben. Es ist nicht ausreichend Zielstruktur vorhanden, um diese so schnell und so stark zu erwärmen, dass der Haarfollikel unwiderruflich zugrunde geht. Sehr helles Haar muss dem entsprechend deutlich häufiger behandelt werden. Nach der Behandlung kann es zu einer Reduktion des Haarwachstums kommen. Diese ist aber oft nicht dauerhaft.

Grundsätzlich existiert keine dauerhafte Haarentfernung, unter dem Sinne, dass in dem behandelten Areal nie wieder Haare nachwachsen. Unter der dauerhaften Haarentfernung ist die dauerhafte Beseitigung der gerade wachsenden Haarfollikel in der Anagenphase gemeint. Unter hormonellen Einflüssen und der genetischen Prädisposition können Haare noch Monate oder Jahre nach dem Erreichen einer Haarfreiheit nachwachsen. Genaue Informationen zu diesem Risiko, sollten in einem Beratungsgespräch erörtert werden.

Dunkle Haut und Laser.

Einige Hauttypen ab (Fritzpatrick) Typ IV und annähernd alle Hauttypen V und VI sind für Wellenlängen, die primär im Melanin absorbieren weitestgehend ungeeignet. Konkret gemeint ist der Diodenlaser, IPL und der Alexandritlaser. Diese eignen sich jedoch gut für die helleren Hauttypen. 

Wer mit diesen Verfahren einen dunklen Patienten ab Typ V lasert, begeht einen Kunstfehler. Dies ist meistens für den Patienten sehr schmerzhaft und kann zu schweren Verbrennungen führen.

Deutlich besser ist hier der Millisekunden gepulste ND:YAG Laser geeignet. Dieser absorbiert nur schwach im Melanin und hat die Blutversorgung der Haarfollikel als Ziel. Dieser Laser ist nahezu Pigment unabhängig. 

Laser oder IPL?

Ein Laserstrahl ist durch einige Kriterien gekennzeichnet und gegenüber Blitzlampen bzw. Glühlampen zu unterscheiden.

  1. Er ist kohärent. Vereinfacht - der Strahl strahlt in eine Richtung, wie ein Laserpointer auf einen Punkt, der sich sehr fern von ihm befinden kann. Er streut sein Licht nicht durch den gesamten Raum wie eine Glühbirne. Vorteil: Energetisch stark und es gibt deutlich weniger Streuverluste im Gewebe, im Gegensatz zur Blitzlampe.
  2. Er ist monochromatisch. Vereinfacht - der Strahl hat eine einzige Wellenlänge (Lichtfarbe). Bei Alexandrit- oder Diodenlaser liegt die Wellenlänge im sichtbaren rot Bereich. Vorteil: Weniger Schädigung vom umliegenden und epidermalen Gewebe, durch Absorption im Hämoglobin oder epidermalen Melanin. Weniger Nebenwirkungen und weniger Schmerzen bei hohen Energiedichten ist die Folge. 
  3. Einige Lasergeräte erzeugen Impulse mit sehr kurzer Impulsdauer. Vereinfacht - die Energieabgabe ist so schnell, dass der Haarfollikel sich schneller erhitzt, als er sich abkühlen kann. Vorteil: Effektive Zerstörung des Haarfollikels, nicht nur bloß eine Schädigung, wonach sich der Follikel erholen kann. 
  4. Die Wellenlängen eines gängigen Lasers zur dauerhaften Haarentfernung liegen über 755 nm. Damit ist die Eindringtiefe über 3mm. Vorteil: Tiefere Haarfollikel (z.B. Männerrücken) können im Gegensatz zur Blitzlampe effektiver erreicht werden.

Diodenlaser oder Alexandritlaser?

Zahlreiche Untersuchungen weisen eine ähnliche Effektivität dieser Laserarten auf. Die dauerhafte Haarentfernung mit dem  Alexandritlaser ist jedoch deutlich schmerzärmer als mit dem Diodenlaser. Dies ist nicht nur komfortabel sondern auch von erheblicher Bedeutung bei der Behandlung dünner Haare. Denn dünne Haare benötigen für eine dauerhafte Schädigung höhere Energiedichten und kürzere Impulsdauer. Bei hohen Energiedichten ist der Diodenlaser deutlich schmerzhafter als der Alexandritlaser. Da im Verlauf der Haarreduktion die Haare in der Regel dünner werden, muss mit steigender Behandlungsanzahl die Energiedichte erhöht werden. Dies kann mit dem Diodenlaser zu unerträglichen Schmerzen führen. Des weiteren hat sich gezeigt, dass die Verletzungs- und Nebenwirkungsgefahr mit steigender Energiedichte beim Diodenlaser erheblich höher ist, als bei hohen Energiedichten bei der Behandlung mit dem Alexandritlaser, der bereits bei sehr niedrigen Energiedichten hoch effektiv ist.

Bei FIRSTMEDICA wird in über 80% der Fälle der Alexandritlaser zur Haarentfernung eingesetzt. 

Wie bereite ich mich auf die Behandlung vor?

Um effektiv und sicher behandelt zu werden sollte die Haut möglichst nicht gebräunt sein. Bitte wartet ausreichend, bis die Bräune abgebaut ist. Eine Ausnahme stellt der ND:Yag Laser dar. Der kann auch in den Sommermonaten angewendet werden. 

Eine Rasur sollte am Tag vor der Behandlung auf den zu behandelnden Arealen stattfinden. Unbedingt! Ansonsten wird nicht gelasert. Zahlen müsst ihr dann trotz dem. Denn täglich haben wir Diskussionen aufgrund des Mythos des stärker wachsenden Haares nach der Rasur. Dies mag ohne Laserbehandlung so möglich sein, jedoch werden die Haarfollikel unmittelbar nach der Rasur mit einem Hochleistungslaser unwiderruflich zerstört. Abrasierte, zerstörte Haare, samt Stammzellen können nicht mehr nachwachsen. 

Wir haben uns grundsätzlich dazu entschlossen keine unrasierte Areale zu behandeln. Die Gründe sind nicht ganz unwichtig. Zum einen verbrennen die Haare im Laserlicht auf der Haut und können eine Entzündungsreaktion verursachen. Diese kann zu Verfärbungen der Haut und zu Pigmentflecken führen. Zum anderen absorbieren und brechen die Haare das Laserlicht und können dafür sorgen, dass weniger Leistung am Zielort ankommt. Des Weiteren sprühen moderne Laser ein Kühlmittel auf die Haut, um die Epidermis vor Verbrennungen zu schützen, bevor der Laser abgefeuert wird. Falls sich Haare im Weg befinden, kann die Kühlung nur unzureichend erfolgen. Die Gefahr von Verbrennungen steigt. Und zu allerletzt erzeugt die Verbrennung von Haaren eine nicht unerhebliche Rauchentwicklung der unsere Behandler, die Wände der Behandlungsräume und die folgenden Patienten nicht unbedingt ausgesetzt werden sollten. 

Vor der Behandlung mit dem ND:YAG Laser, bitte nicht eincremen. Denn der Laser hat auch Wasser als Ziel. Eingecremte Areale können mehr Schmerzen verursachen.

Nach der Behandlung

Nach dem Lasertermin ist ein perifollikuläres Ödem (Schwellung um die Haarfollikel) und eine Rötung vorhanden. Dies ist ein Zeichen einer erfolgreichen Zerstörung. Bitte die Haut mit einer Feuchtigkeit spendenden Pflege eincremen. Diese Reaktion kann  bis zu drei Tagen anhalten, meistens hält die aber nur wenige Stunden an. Wichtig ist zu beachten, dass Haarfollikel, die gelasert sind, nicht mehr wachsen. Sie sehen dunkel aus und können noch Tage bis wenige Wochen in der Haut persistieren, bevor sie rausfallen. Erst nach danach existiert eine Haarfreiheit für einen bestimmten Zeitraum, bis die nächste Anagenphase beginnt. 

Wir hoffen, dass wir durch diese Zusatzinformationen häufige Fragen beantworten konnten. Gerne gehen wir auf individuelle Anfragen in einem persönlichen Beratungsgespräch ein.